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Cyber­mobbing: So helfen Sie als Eltern Ihrem Kind

Schutz vor Cybermobbing

Der beste Schutz vor Cybermobbing ist, wenn Ihr Kind digitale Medien versteht und mit ihnen umgehen kann. Verfügt Ihr Kind außerdem über ein gesundes Selbstbewusstsein und soziale Kompetenz, sind gute Voraussetzungen geschaffen. 

verzweifelter Jugendlicher im Gespräch mit Vater, auf dem Boden vor der Couch sitzend

Acht Tipps, wie Sie Ihrem Kind den Weg dorthin ebnen können

Erste Schritte mit dem Smartphone

Das Online-Seminar „Hilfe, mein Kind will ein Smartphone“ von den Digitalen Helden unterstützt Eltern dabei, gemeinsam mit ihrem Kind einen guten Umgang mit dem digitalen Medium zu finden. Die Themen:

  • Wie unterscheiden sich die verschiedenen Geräte und Betriebssysteme?
  • Welche für sinnvollen Tarifmodelle gibt es?
  • Welche Apps kommen für mein Kind infrage?
  • Welche Einstellungen bieten mehr Sicherheit?
  • Wie können wir gemeinsam Regeln finden und festlegen?
  • Wo kann ich mich weiter informieren?
  • Welche Unterstützung bieten mir die Digitalen Helden noch?
Mädchen mit Smartphone unter der Bettdecke

Der richtige Umgang mit dem Smartphone

Das Smartphone bestimmt zu einem guten Teil die Kommunikation Ihres Kindes. Das Online-Seminar „Smartphone, mein Kind und ich“ beantwortet dazu wichtige Fragen:

  • Wie verändert ein Smartphone plötzlich die Welt meines Kindes?
  • Welche Herausforderungen stellen sich mit einem neuen Smartphone?
  • Welche Apps unterstützen mich beim Filtern von Inhalten und Setzen zeitlicher Limits?
  • Wie kann ich mit meinem Kind Regeln finden?
  • Wo kann ich mich weiter informieren?
  • Wie sieht die weitere konkrete Unterstützung der Digitalen Helden aus?

Wenn das eigene Kind Cybermobber ist

Ihr gutes Recht

Die öffentlichen Angriffe, Beleidigungen und das Bloßstellen des Opfers können empfindlich bestraft werden. Wenn Sie Anzeige erstatten, ermittelt die Polizei, in besonders drastischen Fällen die Staatsanwaltschaft.

Sie als Eltern können über zivilrechtliche Schritte nachdenken. Wenn der Cybermobber bekannt ist, können sie ihn zum Beispiel schriftlich abmahnen und auf Unterlassung verklagen. Diese Schritte unternimmt ein Anwalt.

Wenn Sie nicht wissen, wer der Cybermobber ist, können Sie versuchen, mehr über ihn herauszufinden. Sie wenden sich dann beispielsweise an den Betreiber eines sozialen Netzwerkes und fordern ihn auf, Informationen über die IP-Adresse des Cybermobbers herauszugeben. So lässt sich klären, wer hinter dem Nickname steckt. Dazu müssen Sie auf die strafbare Nutzung des Netzwerkes durch den Mobber aufmerksam machen. Dafür benötigen Sie Beweise.

Es gibt keinen Standard, was als Beweis gilt. Der Richter muss sich generell davon überzeugen können, dass sich das Cybermobbing so zugetragen hat, wie Sie oder Ihr Kind es beschreiben. Dazu sichern Sie E-Mails, gespeicherte SMS, Chat-Protokolle und machen Screenshots von geposteten Fotos oder Videos. Sehr hilfreich ist, wenn Sie Zeugen benennen können. Dies reicht oft aus, um zivilrechtliche Schritte einzuleiten.

trauriges Emoji Icon

Kinder und Jugendliche, die gemobbt werden, sprechen oft erst einmal nicht mit ihren Eltern.

Sie hoffen, dass sich die Situation von allein bessert, und schämen sich. Es ist für Eltern daher schwer zu erkennen, ob ihr Kind von Cybermobbing betroffen ist.

Ist Ihr Kind betroffen? Anzeichen für Cybermobbing

Verhalten, das auf Cybermobbing hindeutet

Ein Kind, das von Cybermobbing betroffen ist, …

…zieht sich häufig von Freunden und Eltern zurück, wirkt abweisend und erzählt wenig aus seinem Alltag.

… schläft nachts schlechter, klagt über Kopfschmerzen oder anderen körperlichen Beschwerden wie Bauchweh.

… surft weniger im Netz und schließt Anwendungen, wenn Sie ins Zimmer kommen. Mitunter wirkt das Kind nach dem Blick auf das Handy durcheinander.

… ist häufiger traurig, kämpft mit Minderwertigkeitsgefühlen und Ängsten.

… geht nicht mehr gern in die Schule. Es kann sich schlecht auf seine Aufgaben konzentrieren und die Noten verschlechtern sich. 

… möchte nicht über das eigene Verhalten sprechen.

Mutter hält Tochter tröstend in den Armen

Erste Hilfe bei Cybermobbing

Seien Sie für Ihr Kind da. Signalisieren Sie Ihrem Kind, dass Sie es ernst nehmen und sich Zeit für Gespräche nehmen. Hören Sie aufmerksam zu, glauben Sie ihm und zeigen Sie Verständnis. Ihr Kind braucht Ihre Zuwendung.

Eine ruhige Gesprächsatmosphäre hilft. Beraten Sie in ruhiger Atmosphäre gemeinsam, was Sie unternehmen wollen. Beobachten Sie auf jeden Fall die Situation weiterhin aufmerksam – und bleiben Sie miteinander im Gespräch.

Zurückmobben ist keine gute Idee. Auch wenn es schwerfällt, antworten Sie nicht auf die Beleidigungen. Die Situation spitzt sich sonst weiter zu.

Sichern Sie Beweise. Fertigen Sie Screenshots an, speichern Sie E-Mails, sichern Sie Chat-Verläufe bei WhatsApp. So können Sie das Geschehen belegen.

Sperren Sie Mobber aus. Sie können in Smartphones, auf Social-Media-Plattformen und in Messenger-Apps oft Nummern und Kontakte gezielt sperren. Bringen diese Aktionen keinen Erfolg, legen Sie ein neues Profil an.

Melden Sie dem Anbieter das Cybermobbing. Das können Sie über Meldebuttons tun oder Sie ermitteln den Anbieter über das Impressum oder denic.de. Nennen Sie die Begründung und setzen Sie dem Anbieter für das Löschen der Inhalte eine ausreichend lange Frist.

Sprechen Sie nicht sofort mit den Eltern des Mobbers. Schnell kann ein Streit entbrennen und die Fronten können sich verhärten. Suchen Sie sich in dieser Situation lieber einen Vermittler. Ein Lehrer könnte eine solche Person sein.

Sprechen Sie Lehrer an, wenn in der Schule gemobbt wird. Gemeinsam mit den Lehrern können Sie weitere Schritte diskutieren.

Sie können bei der Polizei Anzeige erstatten. Es ist hilfreich, wenn Sie vorher Beweise gesichert haben.

Erteilen Sie Ihrem Kind kein Internetverbot: Ein solches Verbot ist nicht sinnvoll. Das Cybermobbing hört deshalb nicht auf und für Ihr Kind heißt das, dass es nicht mehr mit Freunden und Unterstützern in Kontakt bleiben kann.

Weitere Anlaufstellen

SOS Emoji Icon

Du bist Schüler und selbst Opfer von Cybermobbing?

Zur Erste-Hilfe-Liste für Schüler

So behalten Sie das Surfverhalten Ihres Kindes im Blick

Die Weiten des Internets sind beinahe unendlich – und nicht alle Seiten tun Ihrem Kind und seiner Entwicklung gut. Wichtig ist, dass Sie regelmäßig mit Ihrem Kind über den Medienkonsum sprechen. So lernt es, die Inhalte aus dem Netz zu reflektieren. Je jünger das Kind ist, desto sinnvoller kann es sein, seine Seitenzugriffe im Internet zu begrenzen, um es vor gefährlichen Inhalten zu schützen. Dabei können Filterprogramme helfen, die die Internetzugriffe Ihres Kindes eingrenzen.

Mit sogenannten Whitelists können Sie die Seiten, die Ihr Kind aufruft, manuell freigeben – alle anderen Inhalte sind nicht aufrufbar. Dies kann insbesondere kleinere Kinder vor der Medienflut im Internet schützen und sie effektiv von schädlichem Content fernhalten. Blacklists hingegen blocken Seiten mit problematischen Inhalten, ermöglichen den Kindern aber ansonsten freien Zugriff auf das Internet. Da diese Filter nicht alle gefährlichen Inhalte verbergen können, ist auch hier das Gespräch und Medienerziehung wichtig.

Medienerziehung in jedem Alter

Weitere Informationen zur Medienerziehung in jedem Alter finden Sie im Medienratgeber für Eltern, einem geförderten Angebot der Betriebskrankenkassen.

FAQ: Was tun, wenn Ihr Kind schon auf Probleme im Netz gestoßen ist?

  • Mein Kind konsumiert nicht jugendfreie Inhalte.
    Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die gesehenen Inhalte und melden Sie kritische Adressen zum Beispiel bei der Internet-Beschwerdestelle.
  • Mein Kind hat ein Abo oder andere bezahlte Dienste abgeschlossen.
    Bezahlen Sie nicht überstürzt und lassen Sie sich von Drohungen nicht einschüchtern. Es kommt auf den Einzelfall an, inwieweit Sie tatsächlich zahlen müssen. Hilfe erhalten Sie zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale, die Sie über rechtliche Schritte informiert.
  • Mein Kind hat sich einen Virus oder einen Trojaner heruntergeladen.
    Entfernen Sie das Schadprogramm mit einem Antivirenprogramm oder lassen Sie den PC mithilfe eines PC-Spezialisten neu aufsetzen. Sichern Sie Ihre Daten am besten regelmäßig, damit Ihnen keine wichtigen Daten auf dem Rechner verloren gehen.
  • Von meinem Kind kursieren Daten im Internet.
    Löschen Sie wenn möglich die ursprünglichen Posts oder Daten auf der Webseite. Auch das Löschen der Indizierung bei Google kann helfen, der Verbreitung der Daten vorzubeugen. Kursieren Zugangsdaten, ändern Sie die Passwörter. Weigert sich ein Anbieter, die privaten Daten zu löschen, erhalten Sie Unterstützung bei der jeweiligen Datenaufsichtsbehörde Ihres Bundeslandes oder Sie informieren die Internet-Beschwerdestelle.
  • Ich habe den Verdacht, dass mein Kind von Cybergrooming betroffen ist.
    Befürchten Sie, dass Pädophile mit Ihrem Kind schreiben, sichern Sie Beweise und melden Sie sich direkt bei der Polizei.

Versicherte der Audi BKK können kostenfrei am Online-Seminar „Mediennutzung bei Kindern im digitalen Zeitalter“ teilnehmen. Das Online-Seminar findet am 13. April 2021 statt. Hier finden Sie weitere Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung.

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Mehr Informationen über Cybermobbing:

Was ist Cyber­mobbing?

Allgemeine Informationen

Vater und Tochter arbeiten gemeinsam am PC